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Der Tag an dem ich JA zu mir sagte!

  • Autorenbild: Michi
    Michi
  • 13. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Der Tag als ich JA zu mir sagte

Dieses Foto entstand zu einer Zeit, in der ich noch mitten in toxischen Beziehungen feststeckte.


Wenn ich es heute betrachte, sehe ich nicht das Kleid. Nicht die Rosen. Nicht die Kulisse.


Ich sehe eine Frau, die versucht hat, stark zu sein, während sie innerlich längst erschöpft war.


Eine Frau, die geliebt hat, gehofft hat, gekämpft hat. Die immer wieder geglaubt hat, dass sie sich nur noch ein bisschen mehr anpassen muss. Nur noch ein bisschen verständnisvoller sein muss. Nur noch ein bisschen mehr geben muss.


Bis irgendwann nichts mehr übrig bleibt.


Außer die Frage:


„Wo bin eigentlich ich geblieben?"


Von außen sah vieles schön aus.


Doch Schönheit bedeutet nicht automatisch Glück. Ein Lächeln bedeutet nicht automatisch Frieden. Und Stärke bedeutet nicht, dass niemand leidet.


Dieses Shooting war für mich mehr als ein paar Fotos. Es war der Tag an dem ich JA zu mir sagte.


Es war ein Aufschrei meiner Seele.


Ein leiser Ruf, den damals noch niemand hören konnte.


Nicht einmal ich selbst.


Denn manchmal spüren wir bereits, dass etwas nicht mehr stimmt, lange bevor wir bereit sind, es uns einzugestehen.


Etwas in mir wusste bereits, dass ich mich selbst verloren hatte.


Dass ich begonnen hatte, mein Licht kleiner zu machen. Meine Wahrheit zu verschweigen. Meine Bedürfnisse hinten anzustellen.


Dass ich mehr damit beschäftigt war, Beziehungen zu retten, als mich selbst.


Doch genau hier begann etwas Neues.


Nicht laut. Nicht spektakulär.


Sondern ganz leise.


Wie ein erster Sonnenstrahl nach einer langen Nacht.


Es dauerte noch viele Monate.


Monate voller Tränen. Voller Zweifel. Voller Loslassen.


Monate, in denen ich lernen durfte, dass Heilung nicht bedeutet, wieder die Frau zu werden, die man einmal war.


Heilung bedeutet, die Frau zu werden, die man immer hätte sein dürfen.


Heute weiß ich:


Alles, was ich erlebt habe, hat mich nicht zerstört.


Es hat mich geformt.


Rheuma. Fibromyalgie. Migräne. Depressionen. Burnout. Panikattacken. Essstörung. Trauma. Manipulation. Toxische Beziehungen.


Nichts davon hat mich definiert.


Aber alles davon hat mich gelehrt.


Mitgefühl. Tiefe. Wertschätzung. Grenzen. Selbstliebe.


Und vielleicht ist genau das die Botschaft der Muschel, die mich heute so tief berührt.


Ein Sandkorn verursacht Schmerz.


Doch die Muschel verschließt sich nicht.


Sie beginnt zu erschaffen.


Schicht für Schicht.


Bis aus dem, was einst verletzt hat, etwas Kostbares entsteht.


Eine Perle.


Heute bin ich nicht dankbar für alles, was passiert ist.


Aber ich bin dankbar für die Frau, die daraus entstanden ist.

Die Frau, die gelernt hat, dass ihre Sanftheit keine Schwäche ist.


Die Frau, die sich nicht länger verbiegt, um geliebt zu werden.


Die Frau, die verstanden hat, dass wahre Schönheit nicht im Außen entsteht.


Sondern in dem Moment, in dem wir aufhören, uns selbst zu verlassen.


Und vielleicht schaue ich deshalb heute auf dieses Foto mit so viel Liebe.


Nicht weil ich die Frau darauf vermisse.


Sondern weil ich weiß, wie weit sie gehen musste, damit ich heute hier stehen kann.


🤍


Werde zur Perle. Nicht trotz deiner Geschichte. Sondern durch sie. 🪷


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